Im Zuge des Baulandmobilisierungsgesetzes wurde das Baugesetzbuch - §35 Bauen im Außenbereich - überarbeitet. Diese Änderung ist seit Ende Juni 2021 gültig.

Nun bestehen mehr Möglichkeiten, Wohnraum im Außenbereich zu schaffen, mehr alte Gebäude sinnvoll und rentabel zu erhalten und zu nutzen!

Bislang galt die Regel, das ein einmalig umgenutztes landwirtschaftliches Gebäude (z. B. vom Rinderstall zur vermieteten Garage von Wohnmobilen) nicht noch eine weitere Nutzung (z. B. Umbau zu Wohnraum) erhalten durfte. Im Paragrafen 35 Absatz 4, Nummer 1 wurde nun die Formulierung „…bedeutet für die Umnutzung eines Gebäudes im Sinne des Absatzes 1 Nr.1…“ gegen die Formulierung „…bedeutet für die Umnutzung eines Gebäudes, das unter den Voraussetzungen des Absatzes 1 Nr. 1 errichtet wurde,…“ ausgetauscht. Das bedeutet, dass eine erneute Umnutzung jetzt möglich ist!

Eine zweite Erleichterung zur rentablen Umnutzung von Hofgebäuden wurde ebenfalls in den Paragrafen gesetzt. Laut des Paragrafen 35 Absatz 4, Nummer 1f gilt nun bei Umnutzungen ehemals landwirtschaftlich genutzter Gebäude, dass 5 anstatt bisher 3 sonstige Wohnungen je Hofstelle entstehen können. Ein Vollerwerbslandwirt kann also nun zusätzlich zu seiner Betriebsleiterwohnung und der Altenteilerwohnung weitere 5 Wohnungen ausbauen (zzgl. der Unterkünfte für Mitarbeiter oder Feriengäste).

Außerdem wird im Paragrafen 35 Absatz 4, Nummer 2c wie folgt ergänzt: ‚das vorhandene Gebäude ‚wurde oder‘ wird vom Eigentümer selbst genutzt‘, sodass die Errichtung eines Ersatzbaus für ein Wohngebäude auch zu einem späteren Zeitpunkt möglich wird, solange keine andere, nicht privilegierte Zwischennutzung stattgefunden hat.

Den kompletten Gesetzestext finden Sie unter:

§ 35 BauGB - Einzelnorm (gesetze-im-internet.de)

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