Aktuelles von der Möbelmesse - imm 2020

Eine Messe zur Nachhaltigkeit? Leider noch nicht wirklich inhaltlich (abgesehen von einigen Matratzen, die jetzt auch aus Plastikmüll der Weltmeere hergestellt werden. Auch die Möbel aus Kunststoff werden eher zurückhaltend präsentiert). Optisch dagegen könnte man fast den Eindruck gewinnen. Farbtöne und Materialoberflächen erzeugen in diesem Jahr ein schönes angenehmes "natürliches" Bild!

zu den Materialien: Viele Polster und Teppiche: kaum eine Stuhlgruppe ohne Holzgestell mit Polster. Sofas und Beistellhocker überwiegend aus matten groben Stoffen, teilweise bis zur "Frottee"Optik (z. B. Cor), kaum Leder. Bei den Sitzmöbeln herrschen eher runde einladende "gemütliche" Formen vor. Die größeren Schrankmöbel oder Sideboards sind als Kontrast sehr gradlinig und in Rastern angelegt.

Bei Tischplatten und Schrank/Regalmöbeln: immer wieder dünne Materialstärken, abgeschrägte Kanten, vielfach "ausgestellte" Beine. Das Jahr des Bauhauses ist vorbei und man traut sich wieder aus dem rechten Winkel heraus!

Holz ist auf fast allen Ständen stetiger Begleiter, aber nicht mehr unbedingt als Hauptperson. Als Eyecatcher ergänzt es die überwiegend unifarbenen Möbel. Diese sind häufig furniert und dann fast bis zur Unkenntlichkeit überlackiert oder aber schlicht matt/seidenmatt lackiert. Holzkästen oder einzelne Fronten werden in die Schrankmöbel integriert und häufig spielerisch noch mit weiteren farbigen Elementen kombiniert. Hochglanz ist seltener Zaungast, auch Glas ist kaum zu sehen. Wenn Metall, dann nur matt oder farbig pulverbeschichtet als kleines Konstruktionsdetail am Möbel. Weitere Möbel wie Ablagen, Garderoben, Lampenschirme, Regalstecksysteme (eva solo) sind überwiegend aus Holz in angenehmer funktionaler und auch wohnlicher Form.

Ein großer Schwerpunkt sind in diesem Jahr die Außenmöbel (dazu passt hervorragend das diesjährige "Haus"). Viele Sitzlandschaften mit outdoor-fähigen Polstern und hölzernen Rahmen & Ablagen sowie sehr viel "Geflecht": Rattan im üblichen Sinne ("wie früher"), aber auch mit erfrischend anderer Optik wie geflochtenen Stoffbändern oder gebogenem Holz.

"Used Look", Rustikales oder Recyceltes ist kaum mehr zu sehen: Die Holzoberflächen sind sehr ruhig und die Möbel im Detail sehr schön wertig ausgearbeitet. Besondere Holzstücke werden in hochwertige individuelle Möbel integriert. An Holzarten ist leider wenig "Aufregendes" zu sehen wie in den letzten Jahren. Eiche Natur oder sehr weiß gekälkt oder aber Nußbaum. Kaum andere Hölzer lassen sich blicken, Obstbäume oder "astiges" sehr selten...

Farbtöne: Erdig, warm gedeckt, aber nicht langweilig oder gar "ökig".- viele gelungene Zusammenstellungen von Naturtönen sind zu sehen, die sich wie selbstverständlich mit angenehmen Grüntönen (von Tannengrün bis Grüne Erde), unaufdringlichen warmen Rot/Pudertönen und Dunkelblau verbünden, ohne bunt zu wirken. Ein sehr schönes Farbenspiel, in das schöne Holzmöbel im natürlichen Look IMMER hineinpassen! Als Akzenttöne findet sich immer wieder ein Goldgelb (vor allem in Kombination mit dem fast Indigoblau) und ein vorwitziges Petrol/Cyan (Interlübke), das spannende Momente zu Braun & Holztönen erzeugt. Grau ist diesmal kaum anwesend, Schwarz tritt  meistens als Schwarzbraun auf und natürlich: weiße Möbel gibt es auch, aber häufig im Wollweißen Mantel!

Das Bett steht dieses Jahr sehr im Fokus, was das Cocooning-Thema aus dem letzten Jahr weiterverfolgt, aber hier viel heller und freundlicher, fast Barock verspielt mit den vielen vielen Polstern und Kissen, die uns in neue Wohlfühloasen locken sollen! Schön wäre es, wenn die Aussage der Nachhaltigkeit in der Möbelbranche im kommenden Jahr dann auch tatsächlich ehrlich präsentiert werden kann!

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